Wirtschaftskrise und Krieg Einige Monate nach dem 10-jährigen Jubiläum trat Meijns als Dirigent zurück; sein Nachfolger wurde Klaas Schut, der zuvor einige Male für Meijns eingesprungen war. Er kam an jedem Probenabend mit dem Fahrrad aus Westzaan. Nach einem erfolgreichen Wettbewerb Mitte der dreißiger Jahre wurde ihm bei einem Fest im Namen des Vereins ein neues Fahrrad geschenkt.Die Wirtschaftskrise der dreißiger Jahre ging auch am HCT nicht spurlos vorbei. Viele Mitglieder wurden arbeitslos und die finanziellen Verpflichtungen waren schwer zu erfüllen. Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs, bei einem Wettbewerb in Putten 1939, erzielte der HCT ein hervorragendes Ergebnis in der Exzellenzklasse: Mit der höchsten Punktzahl aller Teilnehmer gewann der Verein den ersten Preis, der auch mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet wurde; auch im Marschwettbewerb erhielt der HCT den ersten Preis.Der musikalische Weg nach oben wurde durch den Ausbruch des Krieges jäh unterbrochen. Eine Reihe von Mitgliedern musste sich melden und später zum Arbeitseinsatz nach Deutschland gehen. Bei der Jahresversammlung im Januar 1940 stellte sich heraus, dass die Schulden für die Instrumente vollständig beglichen worden waren. Ich hätte Herrn Van der Woert vor Freude umarmen können, dass er uns durch seine sparsame Politik diesen schweren Druck von den Schultern genommen hatte‘, so der damalige Vorsitzende L. Ooms in der Festschrift zum 40-jährigen Bestehen. Wir waren uns auch einig’, so Ooms weiter, ‘dass das Tuindorp Harmony Corps zusammenbleiben musste, was auch immer in der Zukunft geschehen würde’. Zu Beginn des Krieges wurde noch regelmäßig geprobt, aber danach war das Vereinsleben auf einem sehr niedrigen Niveau; es gab nur sehr wenig Kontakt zwischen den Mitgliedern. Im Jahr 1942 wurde jedoch eine erfolgreiche 20-Jahr-Feier organisiert. Es gab auch eine Zusammenarbeit mit der Blaskapelle Veni, Vidi, Vici, um ein repräsentatives Orchester zusammenzustellen. 1944 fand im August ein wichtiges Ereignis für den HCT statt. Zu Ehren des 50-jährigen Bestehens der NSM (Niederländische Schiffbaugesellschaft) wurde auf dem Volewijcker-Gelände ein Sportfest veranstaltet, zu dem HCT eingeladen wurde, die musikalische Begleitung zu übernehmen. Der Empfang war großartig, es wurde sogar eine Mahlzeit mit Erbsensuppe und braunen Bohnen angeboten, eine außergewöhnliche Kost in diesen hungrigen Jahren. Der HCT-Vorsitzende Ooms wurde von NSM-Direktor Goedkoop über den Stand der Dinge beim HCT befragt und versprach Hilfe: ‘Herr Vorsitzender, ich war schon teilweise über das Harmoniecorps Tuindorp informiert, aber jetzt weiß ich viel mehr und das nenne ich einen Erfolg. Der Krieg kann jetzt nicht mehr lange dauern, und danach werden wir weiter miteinander sprechen’, erinnert sich Ooms in der Gedenkbroschüre an ihr Gespräch. Ein Tiefpunkt des Krieges war die Erschießung des HCT-Mitglieds Jaap de Vries, nach Aussage älterer Mitglieder wahrscheinlich deshalb, weil er nach der Ausgangssperre noch auf der Straße unterwegs war.
Als der Krieg nach fünf dunklen Jahren endlich zu Ende war, marschierte der HCT sofort durch Tuindorp und signalisierte damit, dass die Vereinigung noch nicht am Ende war.
Kontakt mit NDSM Der während des Krieges geknüpfte Kontakt mit dem NSM führte nach dem Krieg zu einer langfristigen Zusammenarbeit mit der NDSM (Nederlandse Dok- en Scheepsbouw Maatschappij), einem Zusammenschluss des NSM und der Nederlandse Dok Maatschappij. Im Jahr 1946 übernahm die damalige Direktorin des NDSM, Feike de Boer, die Schirmherrschaft über HCT. Die NDSM sollte HCT finanziell unterstützen, während HCT jeden Stapellauf eines neuen Schiffes musikalisch untermalen sollte. Diese Zusammenarbeit bildete eine solide Grundlage für das Clubleben, das in der Folge einen beispiellosen Aufschwung erlebte.
Die Trommelgruppe Nach dem Krieg wurde auch die Trommelgruppe gegründet, deren Leitung Ferry Knaack übernahm. Die offizielle Gründung der Tambourkapelle erfolgte im Jahr 1948. Die Trommelgruppe war besonders attraktiv für die Jugend von Tuindorp, die sofort Lust hatte, ihr beizutreten, wenn sie sie sah. Dass gutes Spielen ein Studium voraussetzt, wurde in der Begeisterung der Jugendlichen manchmal vergessen; wenn der Spaß dann nachließ, gaben die Jugendlichen manchmal schnell auf. 1952 wurde HCT eingeladen, die Ausstellung ‘De Rijn’ in der RAI anlässlich der Eröffnung des Amsterdam-Rijnkanaals musikalisch zu bereichern. Die Bedingung war jedoch, in Uniform aufzutreten; eine repräsentative Erscheinung war notwendig, denn schließlich sollte Königin Juliana die Ausstellung eröffnen. Bis dahin hatte HCT immer nur in Zivilkleidung gespielt. Für den Kauf von Uniformen wurden 28.000 Gulden benötigt. Dieser Betrag konnte dank der Unterstützung mehrerer Unternehmen sowie von Spendern und anderen Einwohnern von Tuindorp Oostzaan aufgebracht werden.
Tamburin-Lehrer Ferry Knaack Seit 1945 wird die HCT-Trommelgruppe seit 25 Jahren von Ferry Knaack geleitet. Und 23 Jahre lang haben wir immer den ersten Preis gewonnen‘, sagte Knaack. Tag und Nacht war Knaack mit der Trommelgruppe beschäftigt: Noten schreiben, Trommeln reparieren, Proben leiten. Es war eine wirklich lustige Zeit, wir hatten viel Spaß. Bei Wettbewerben wollten immer alle im Bus der Drumband sitzen. Der größte Erfolg war für mich ein Wettbewerb in St. Maartensdijk; dort wurden wir als Profis bezeichnet!’ Aus Zeitmangel stieg Knaack 1970 aus der Trommelgruppe aus.